Lokal „Unner’n Barg“ serviert Feuerfleisch, Schnitzel mit Ei und köstliche Beilagen

Ambiente
„Kneipe mit Stil“ steht auf einem großen Schild im Vorgarten des kleinen Hauses gegenüber des Grohner Yachthafens. Und eigentlich ist das Ambiente damit schon ganz gut beschrieben. Der Gastraum ist geschmackvoll eingerichtet. Viele maritme Details erinnern an die Nähe zum Wasser. Frische Tulpen auf den Tischen ersticken Vergleiche mit verrauchten Hafenspelunken im Keim. Trotzdem: Auch „Unner’n Barg“ hat mittags schon Tresengäste. Und von denen kann man sogar was lernen. In unserem Fall, dass Seemänner
mit der Aufforderung „Besanschot an“ nach Rum verlangen. Die Toiletten waren bei unserem Besuch sauber. Rollstuhfahrer müssen hinter der Eingangstür eine winzige Stufe abwärts meistern.

Essen
Maritimes Flair hin oder her: Uns war nach Fleisch. Deshalb gab es für meinen Kollegen das Schnitzel à la Meyer für 9,90 Euro, während ich deftiges Feuerfleisch zum gleichen Preis bestellte. Das angebratene und überwiegend sehr zarte Schweinefleisch kam in einer Paprika- Rahm-Soße auf den Teller und schmeckte mir gut. Ein bisschen mehr Feuer hätte ich allerdings schon vertragen. Optimal abgeschmeckt waren hingegen die Bratkartoffeln, was unter anderem an den knusprigen Speck-Stückchen lag. Diese Beilage
hätte für mich an einigen Stellen aber noch etwas krosser sein dürfen. Das Gericht war liebevoll mit einem Klecks Kraut- und Bohnensalat angerichtet. „Isst du den nicht?“, wollte mein Kollege wissen und hing mit seiner gierigen Gabel schon fast in meinen Bohnen. „Ich heb’ mir das Beste für den Schluss auf“, konnte ich den Angriff auf den perfekt säuerlichsüß- zwiebelscharf schmeckenden Bohnensalat gerade noch abwehren. Am saftigen Schnitzel des Kollegen gab es dank wunderbar krosser Panade ebenfalls nichts auszusetzen. Auf ihm thronte ein Spiegelei. Verblüfft haben uns die Pommes. Die sahen auf den ersten Blick nämlich gar nicht gar aus. Geschmeckt haben sie aber ausgezeichnet: knusprig, nicht trocken und richtig schön kartoffelig. Und fürs Protokoll: Natürlich hatte der Kollege auch eigenen Bohnensalat.
Service
Wir sind freundlich und zügig bedient worden. Uns ist aufgefallen: Der Umgang mit Gästen ist sehr freundschaftlich und herzlich, ohne bemüht zu sein. Wer auf steife Etikette beseht, ist dort falsch.
Preise
Haake Beck und Wasser kommen für 1,50 Euro ins 0,2l Glas. Die gleiche Menge Cola kostet 2 Euro, das 0,2l Glas Wein schlägt mit 4 Euro zu Buche. Wir haben die Preise als angemesse empfunden.
Fazit
Gemütliches Ausflugslokal mit hoher Mittagspausentauglichkeit.

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